
Wenn Themen wie der Klimawandel oder das Artensterben unser Leben bedrohen, tritt das Streben nach reiner Profitmaximierung zunehmend in den Hintergrund. Unternehmen stehen nun vor der Herausforderung, den Paradigmenwechsel zu einem unternehmerischen Erfolg durch Nachhaltigkeit zu meistern: Ihr oberstes Unternehmensziel muss nun die umfassende Wertschöpfung für alle Beteiligten und ein positiver Impact für die Gesellschaft sein. Doch wie kommt es zu diesen aktuellen Entwicklungen? Und gibt es wirklich ein neues Geschäftsverständnis? Dies sind nur zwei der Fragen, welche die Leiter des Prof. Dr. René Schmidpeter und Patrick Bungard dem „Erfinder“ des Stakeholder-Ansatzes Ed Freeman im des FAZ-Interview „A new Narrative about Business” gestellt haben. Als einer der weltweit führenden Wirtschaftsphilosophen bezieht Ed Freeman eine klare Haltung zum neuen, auf Nachhaltigkeit fokussierten Management-Verständnis: „Jeder gute Geschäftsmann sollte dieses Verständnis besitzen. Natürlich kann sich ein Unternehmer nicht nur auf das Geld konzentrieren, sondern sollte immer darauf achten, wofür seine Firma steht, welchen Unterschied es erzielen möchte und wie sich dies auf Kunden, Lieferanten, Arbeitgeber, Gemeinden sowie die Menschen mit dem Geld auswirkt. Das war schon immer so, wenngleich die Rhetorik des Vorrangs der Aktionäre die Debatte lange bestimmt hat, zumindest in den USA. In letzter Zeit sind viele neue Geschäftsmodelle entstanden, wie der Conscious Capitalism, Inclusive Capitalism, das wirkungsorientierte Investieren und vieles mehr. Es gibt kein Zurück mehr zum alten Management-Verständnis!” Auch für die Lehre an Business School habe dieses neue Management-Verständnis dem Wissenschaftler zufolge einen entscheidenden Einfluss: Sie müssten sich an die aktuellen Entwicklungen anpassen und die Ideen hinter dem neuen Verständnis verantwortungsvoller Führung lehren.